Das sagt das Volk:
Anfrage von Manfred Breitschmit zum Kunstrasen Niedermatten:
Lebensdauer, Sanierungskosten, Umwelt und alternative Trainingsplätze
vom 21. Oktober an den Gemeinderat Wohlen
Es geht nicht um Kunstrasen, Wohler Anzeiger vom 20.10.2026
Ob Kunstrasen oder nicht, das darf nicht die Prüfungsfrage im hochverschuldeten Wohlen sein. Die Frage ist, ob wir Geld ausgeben können, das wir nicht haben. In der letzten Einwohnerratssitzung hat man beispielsweise einmal mehr einer Stellenerhöhung von 340 Prozent zugestimmt, ohne einen externen und professionellen Spezialisten beizuziehen. Einen Experten der Organisationslehre in der Gemeinde ist mir zudem auch nicht bekannt. Externe Berater holt man bei uns nur, wenn es um «Hafechäs» geht. Machbares von Wünschbarem zu unterscheiden, spielt in unserem Dorf offenbar keine Rolle mehr. Der gesunde Menschenverstand ist ausgeschaltet, egal ob wir in einigen Monaten die 100 Millionen Franken Gemeindeschulden überschreiten oder nicht.
Die bürgerlichen Lokalpolitiker stimmen leider selbst in der grössten Finanzkrise allem Wünschbaren zu und das Kredo der Linken ist lapidar «die anderen» sollen bezahlen. Ach ja, da fehlt nur noch die Aussage «Wir schaffen das». Da werden uns Steuererhöhungen sowieso auch nicht mehr vor dem Gang nach Aarau retten, die uns dann unseren Steuerfuss bestimmen. Ich bin felsenfest überzeugt, dass zu jeder Gemeindeausgabe auch dokumentiert werden muss, wer und wann diese bezahlt werden soll. Und das hat nichts mit den meisten Projekten wie ein Kunstrasen eines Fussballfeldes für 1,8 Millionen Franken in Wohlen zu tun.
René Moser, Wohlen
Rasen-Interesse, Wohler Anzeiger vom 06. Oktober 2026
Die Wohlerinnen und Wohler sind sehr interessiert am teuren Kunstrasenprojekt und haben das Referendum der SVP innert Rekordzeit mit über 500 Unterschriften unterstützt. Erstaunlicherweise sieht es beim grossen FC Wohlen anders aus. An der ausserordentlichen GV, an der es um die Genehmigung der Kostenbeteiligung ging, nahmen lediglich 24 Mitglieder persönlich teil.
Das wirft Fragen nach der Identifikation mit dem Projekt und dessen Bedeutung auf. Immerhin brachte ein ehemaliger Gemeindeammann an der Versammlung zu Lasten der Wohler Steuerzahler den Vorschlag ein, den Vereinsbeitrag zu deckeln. Auch dem «Wohler Anzeiger» kann man ein grosses Interesse attestieren. So wird seit dem weitsichtigen Entscheid unseres Gemeinderates, nicht einfach 1,8 Millionen Franken zu bewilligen, wiederholt unterstrichen, dass dies nicht nachvollzogen werden kann. Seien wir auf die weitere Interessenlage bis zum Urnengang am 29. November gespannt.
Stefan Nauer, Einwohnerrat SVP, Wohlen
Leserbrief AZ
18.09.2026
Zum Artikel «Gemeinderat will ab 2028 höhere Steuern»
Ausgabe vom 14. September
Ja, das ist offenbar die neue Steuerformel von Wohlen. Gemeindeammann Roland Vogt sagt: Sechs Prozentpunkte mehr ab 2028 seien sehr viel. Wenn man aber mittel- oder langfristig die Schulden abbauen wolle, müsse der Steuerfuss sogar noch höher sein. «Das muss man ehrlicherweise sagen.» Und weiter lesen wir im Artikel: «Ein Lotto-Gewinner oder eine Euro-Millions-Gewinnerin würde den maroden Zustand der Wohler Gemeindekasse auf einen Schlag markant verbessern.» Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber wollen wir jetzt auf den Lottogewinn warten und bis dahin munter weiter Geld ausgeben, das wir nicht haben? 122 % + X ist doch keine Perspektive. Wohlen muss jetzt Prioritäten setzen und den Gürtel enger schnallen.
Manfred Breitschmid, Wohlen
Leserbrief AZ
15.09.2026
Kunstrasen: Ein Bärendienst?«SVP ergreift das Referendum» Ausgabe vom 11. September
Die GLP mit ihrem Präsidenten und Rektor der Kanti Wohlen zeigt Initiative – an und für sich positiv. Bereits in der letzten Legislatur initiierte der Präsident eine Einnahmenkommission: viel Aufwand, wenig Wirkung.
Beim Kunstrasen erhält diese Initiative eine neue politische Qualität: Die GLP mit ihrem Präsidenten verhandelt mit dem FC über dessen finanziellen Beitrag. Wo endet politische Initiative und wo beginnt das Aushebeln des Gemeinderates? Besonders bemerkenswert, wenn die GLP den zuständigen Gemeinderat für diese Verhandlungen stellt. Wer einen Kompromiss aushandelt, hat verständlicherweise Angst, dass dieser den Bach hinuntergeht.
So wischt man den Rückweisungsantrag der SVP im Einwohnerrat lieber salopp vom Tisch. Dieser verlangte vom Gemeinderat eine Vollkostenrechnung Naturrasen/Kunstrasen und Nachverhandlungen mit dem FC. Ob man mit der Ablehnung des Rückweisungsantrages im Einwohnerrat dem FC einen Bärendienst erwiesen hat, wird sich zeigen. Nun kommt das Referendum. Die Stimmberechtigten haben das letzte Wort – und das ist gut so.
Manfred Breitschmid, Wohlen
Leserbrief AZ
10.09.2026
Wettingen spart bei Schulreisen
Ausgabe vom 8. September 2026
In Wettingen werden die Schulreisen zusammengestrichen. Nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil die finanzielle Realität die Gemeinde zum Sparen zwingt. Auch Wohlen steht vor gewaltigen Investitionen. Allein die Schulanlage Halde kostet rund 60 Millionen Franken. Junkholz und Bünzmatt werden folgen, auf dem Programm steht der neue Schulstandort Farn. Dazu kommen Wünsche für Sportanlagen und weitere Projekte. Jedes für sich lässt sich begründen. Entscheidend ist die Summe – und was wir uns auf Dauer leisten können. Müssen wir eines Tages erklären, dass für Bauten und Sportanlagen Millionen vorhanden waren, für die Schulreisen der Schülerinnen und Schüler aber gespart werden muss? Wettingen sollte uns eine Warnung sein – bevor aus den Vorboten Wohler Realität wird.
Manfred Breitschmid, Wohlen